Quitten-Mohn-Käsekuchen vegan, mit Reissüße statt Zucker und Kokosöl statt Margarine

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Dieses Jahr habe ich sehr viele Quitten geschenkt bekommen, was mich sehr gefreut hat. Allerdings hat es mich auch vor die Frage gestellt, was ich damit anstellen kann. Wenn ich mühevoll geerntete Früchte geschenkt bekomme, möchte ich sie auch verarbeiten und nicht im Keller verrotten lassen.
Aber nicht jeder in meiner Familie ist so begeistert von diesen Teilen und so muss ich sie immer sehr schmackhaft verarbeiten.
Veganen Käsekuchen finde ich genial, was ich allerdings nicht so mag ist Margarine und die ist normalerweise doch recht ordentlich darin enthalten. Wie schon in anderen Kuchen habe ich sie hier durch Kokosöl ersetzt. Das ging prima und hat einfach köstlich geschmeckt.
Als Mehl habe ich  Kamut verwendet. Für Kuchen ist das Urgetreide einfach unschlagbar. Es schmeckt nicht so „vollkornig“ und dadurch kommt das Vollwertgebäck immer gut an.
Zum Süßen habe ich Reissüße verwendet, einfach weil ich sie noch hatte und endlich mal
verarbeiten wollte. Weißen Zucker verarbeite ich allerdings nie, ich finde es gibt so viele
schmackhafte Alternativen für den Vitaminräuber. Reissüße ist getrockneter Reissirup und hat die Konsistenz von Puderzucker. Allerdings greift der langkettige Mehrfachzucker die Zähne nicht so stark an, geht nicht so schnell ins Blut über und so kommt es auch zu keinem schnellen Blutzuckeranstieg. Im Gegensatz zu weißen Zucker verfügt er noch über reichlich Mineralstoffe, wie z.B. Eisen, Kalium und Magnesium. Menschen die an Fructoseintoleranz leiden, kennen ihn und schätzen seine guten Backeigenschaften.
Wisst ihr schon?
Wer in der Neujahrsnacht möglichst viel Mohnkuchen isst, der soll das ganze Jahr
über genügend Geld verfügen! Leider haben wir die Möglichkeit für dieses Jahr verpasst, aber ich mag Mohnkuchen auch an jedem anderen Tag! Schließlich hat er noch andere und realistischere Vorzüge. Im österreichischen Waldviertel hat er eine lange Tradition als Heilpflanze. Er wirkt durchblutungsfördernd, stimulierend auf Nerven und fördert die Ausschüttung von Hormonen, z.B. Testosteron. Mohn gehört zu den Nüssen und Samen und enthält 42% hochwertiges Fett. Mit vielen Vitaminen kann er zwar nicht punkten, aber die Aminosäuren Leucin und Lysin sind reichlich enthalten. Werden diese mit Kartoffeln oder Getreide kombiniert, erhalten sie eine sehr hohe Wertigkeit. Vollwertiger Kuchen ist also ideal. Mineralstoffe sind auch reichlich enthalten, darunter Eisen für den Sauerstofftransport, Calcium für die Knochenbildung und Blutgerinnung, Phosphor,
Kalium und Magnesium. Das Opium-Alkaloid wurde herausgezüchtet, geringe Mengen an Codein sind allerdings enthalten, deshalb sollten Kleinkinder und Schwangere keine großen Mengen davon verzehren. Bei diesen Gebäck dürfte das kein Problem darstellen, nur 30 Gramm sind in unserem kleinen Kuchen enthalten. Idealerweise sollte Mohn frisch gemahlen verwendet werden, wer eine Kaffeemühle oder einen kleinen Mixer zuhause hat, kann das damit problemlos erledigen.
img_23031Solltet ihr gerade unter Husten oder Halsschmerzen leiden, ist dieser Quittenkuchen sehr zu empfehlen. 🙂 Die Quitten wirken nämlich durch ihre Gerb- und Schleimstoffe schleimlösend und entzündungshemmend. Auch bei Gicht und Arteriossklerose sind sie hilfreich, hier wirken die Gerbstoffe mit dem enthaltenen Vitamin A zusammen. Das reichlich enthaltene Pektin bindet Giftstoffe und überschüssiges Cholesterin. Außerdem enthalten sie reichlich Vitamin C, B1 und 2, sowie Niacin und die Mineralstoffe Eisen, Kalium, Magnesium und Calcium. Übrigens ist es besser Quitten nicht schälen, denn der Sekundäre Pflanzenstoff Quercetin ist in den Schalen enthalten. Dieses starke Antioxidans sollte ihr euch nicht entgehen lassen.
Ich liebe es zu schlemmen, dabei meinen Körper mit guten Stoffen zu versorgen und das noch ohne Zuckerflash! Wenn der Besuch noch ein zweites Stück verlangt und den Kuchen nicht „interessant oder sehr gesund“ nennt, sondern mit „sehr lecker“ betitelt, bin ich wirklich zufrieden.

Hier also das Rezept.
Für den Teig:
125 g Kamut
50 g Kokosöl
30 g Reissüße
1 Teelöffel Backpulver
2 Esslöffel Wasser

Für den Belag:
300 g Quitten netto
30 g Mohn gemahlen
250 g Sojajoghurt
250 g Seidentofu
50 g Kokosöl
80 g Reissüße
30 g Speisestärke
1 Teelöffel Vanille

Zuerst die Quitten mit einem Tuch abreiben und in kleine Stücke schneiden. Man muss sie nicht schälen, sondern nur das Kernhaus entfernen und schadhafte Stellen wegschneiden. Danach können die Quitten in wenig Wasser gegart werden. Das dauert ca. 15 Minuten. Etwas abkühlen lassen.
Das Kokosöl muss durch Wärme weich gemacht werden. Das geht durch ein Wasserbad oder man stellt es in einer kleinen Schüssel auf die Heizung.
Währenddessen aus den Zutaten für den Teig einen Mürbeteig herstellen und in eine kleine Springform (17 cm) drücken. Dabei einen Rand formen.
In den Kühlschrank stellen.
Für den Belag Joghurt, Seidentofu, Kokosöl, Reissüße, Speisestärke und Vanille mit dem
Handrührgerät zu einer gleichmäßigen Masse aufschlagen.
Knapp die Hälfte in eine kleine Schüssel geben und mit dem Mohn verrühren.
Nun beginnt das Schichten in unsrer vorbereiteten Springform. Zuerst die Quitten einfüllen, darauf
kommt die Mohn-Quarkmasse. Zuletzt vorsichtig die Sojaquarkmasse darauf verteilen. Das geht mit einem Esslöffel besonders gut. Glattstreichen.
Den Kuchen ca. 40 Minuten bei 175 Grad im Backofen backen.
Ich habe diesen leckeren Käse-Quittenkuchen jetzt schon zweimal gebacken. Das zweite Mal mit etwas mehr Teig und 400 Gramm Seidentofu, weil das die Packungsgröße ist und das letzte Mal der Rest verschimmelt ist. 😦 Auch sehr lecker!
Ihr könnt diese Anleitung also gerne als Grundrezept hernehmen, um eure eigenen Käse-
Obstkuchen zu kreieren. Wenn man sich an gewisse Grundregeln hält, kann man nicht viel falsch machen.
Liebe Grüße und viel Spaß bei euren eigenen Experimenten!
Ottilie

 

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5 Gedanken zu “Quitten-Mohn-Käsekuchen vegan, mit Reissüße statt Zucker und Kokosöl statt Margarine

    1. Liebe Janii,
      meine Tochter bäckt mit Mandelmehl, das ist entfettet, hat also nicht soo viele Kalorien und „verbäckt“ sich gut. Mit Maismehl habe ich auch schon gebacken, Hirsemehl wird irgendwie „knirschig, sandig“… Teffmehl habe ich noch nicht verwendet….
      Liebe Grüße in den Westerwald Ottilie

      Gefällt mir

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