Gnocchi aus blauen Kartoffeln, vegan und vollwertig

Gesunde Küche: selbstgemachte Gnocchi, vegan, vollwertig und fettarm. Schnell zuhause gemacht und superlecker

Dies ist mein dritter Versuch, Gnocchi aus blauen Kartoffeln zu machen. Jedesmal waren sie köstlich, aber ich hatte sie mir leuchtend blau auf dem Teller vorgestellt. Naja, sie sind und bleiben blasslila. Beim ersten Mal habe ich sie mit Kamutmehl gemacht, weil ich dachte, das beeinträchtige die blaue Farbe wenig. Welches Mehl ich beim zweiten Mal verwendet habe, weiß ich gar nicht mehr. Dieses Mal habe ich ausgesiebtes Dinkelvollkornmehl verwendet. Lecker, aber halt blasslila! 🙂
Selbstgemachte Gnocchi nur aus Kartoffel, Dinkelvollkornmehl, Salz und Muskat zubereitet.

Warum ich unbedingt blaue Gnocchi haben will? Einfach weil ich sie mir so schön vorstelle. Aber blaue Kartoffel haben natürlich auch andere Vorteile. Wie alle natürlich blauen Lebensmittel enthalten sie Anthocyane, einen gesunden Farbstoff. Wir kennen ihn schon von Heidelbeeren oder blauen Trauben. Er ist ein starkes Antioxidans und soll uns einen gewissen Schutz gegen Krebs bieten. Die blaue Kartoffel ist keine neue Züchtung, sondern es gab sie im 19. Jahrhundert öfters bei uns. Sie ist allerdings schwieriger anzubauen als die gelbe Kartoffel und auch aufwändiger zu ernten. Das rechtfertigt den höheren Preis. Ich habe meine auf einem Streuobstwiesenfest bei einem kleinen Biobauern gekauft. Diese blaue Kartoffel war nicht ganz so blau, wie die, die ich davor gekauft hatte. Aber wir wollen ja Vielfalt! So bin ich jetzt von meiner Vorstellung abgerückt und freue mich über meine blasslila Gnocchi.
Natürlich ist frischgemahlenes Vollkornmehl immer besser als Auszugsmehl aus dem Supermarkt. Wusstet Ihr, dass die Zahlenangabe auf der Packung den Mineralstoffgehalt angibt? Weizenmehl 550 hat zum Beispiel 510 bis 630 mg Mineralstoffe je 100g. Steht 1600 neben der Sortenbezeichnung, kann man mit 1210 – 1800 mg rechnen. Im Vollkornmehl verbleiben einfach alle im Korn vorhandenen Mineralstoffe plus die guten Ballaststoffe. Die habe ich hier allerdings zum Teil ausgesiebt, um eine schönere Optik zu erhalten. Aber man kann die Kleie an andere Stelle wieder ins Essen geben, z.B. in die Soße. Dinkel hat nicht soviel vom Klebeeiweiß Gluten wie Weizen, aber die Klebeeigenschaft reicht für unsere Gnocchi. Weizen ist in Verruf gekommen, weil er, um mehr Ertrag zu erhalten, sehr hochgezüchtet wurde. Das hat den Nachteil, dass empfindliche Personen ihn oft schlecht vertragen. Ich verwende ihn sehr selten. Da zu meinen Küchenschätzen eine Getreidemühle gehört, mahle ich Getreide selbst und habe somit immer frisches, vollwertiges Mehl.
Gnocchi ohne Ei zuzubereiten ist wirklich keine Kunst. Kartoffel, Mehl und etwas Salz, mehr braucht es dazu nicht.
Ich hatte ein Kilo Kartoffeln und dachte: da mach ich jetzt nicht lange rum, ich mache sie alle. Wir waren vier Personen und danach pappsatt und glücklich.
Hier das Rezept, ihr könnt die Gnocchi natürlich auch einfach aus „normalen“ Kartoffeln zubereiten.

Rezept:
1 Kilo blaue Kartoffeln
200 g Dinkelvollkornmehl (ausgesiebt)
etwas Salz und Muskat

Kartoffeln in der Schale kochen, bis sie weich sind. Pellen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Sicher würde es auch mit einem Kartoffelstampfer gehen.
Dinkel mahlen und dann aussieben.

 

 

Aus den zerdrückten Kartoffeln und dem Mehl mit ca. einem halben Teelöffel Salz und etwas Muskat einen Teig bereiten.
Ein Brett mit Mehl bestäuben und eine zwei cm dicke Rolle formen. 1 cm dicke Stücke abschneiden und mit der Gabel eindrücken.
Salzwasser aufkochen, die Temperatur reduzieren und die Gnocchi wenige Minuten im Salzwasser ziehen lassen. Wenn sie fertig sind, steigen sie an die Oberfläche und können mit einem Sieblöffel herausgeholt werden.
Natürlich könnt Ihr sie jetzt noch anbraten. Wir essen sie einfach so, mit einem riesigen Topf Gemüse. Wir lieben Gnocchi, auch wenn meine nicht so perfekt aussehen, wie aus dem Supermarkt. Eigentlich mache ich sie auch immer etwas zu groß. 🙂
Buon Appetito
Eure Ottilie

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5 Gedanken zu “Gnocchi aus blauen Kartoffeln, vegan und vollwertig

    1. Hallo Löwenherz 🙂 So ab und zu kriegt man sie im Bioladen. Ich habe sie letzten Herbst bei einem „Arche Bauern“ gekauft, der alte Sorten schützt. Dieses Mal bei einem Biobauern auf einem Streuobstwiesenfest. Das Wasser ist nach dem Kochen immer grün 🙂 und ich habe es weggeschüttet!!! Blöd, zu spät nachgedacht! Das waren bestimmt gute Poyphenole!!! Naja, man lernt ja aus Fehlern…
      LG Ottilie

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