Gut gerüstet in den Winter: Hustensaft aus Spitzwegerich selber machen

Spitzwegerich im Herbst, gut bei Husten und Hauterkrankungen

Meine Tochter Laura ist sehr unempfindlich gegen Erkältungskrankheiten. Jedoch einmal im Jahr trifft es auch sie. Leichter Husten und Verschleimungen kündigen sich an. Ein Blick von ihr genügt und ich renne in den Keller und hole den selbstgemachten Hustensaft. Der hilft Laura immer, schon seit sie ein kleines Mädchen war.
Spitzwegerich ist eine der besten „Hustenpflanzen“ der freien Natur. Bekannt ist er durch seine antibiotische Wirkung, die im enthaltenen Aucubin steckt. Der hohe Schleimstoffgehalt der Blätter fördert den Heilungsverlauf der Infektionen und wirkt auf die Bronchien reizmindernd. Außerdem schützt er die Rachenschleimhaut, indem sich der Schleimstoff schützend über sie legt. Die enthaltenden Gerbstoffe schützen die Schleimhäute in den Bronchien und im Verdauungstrakt vor dem Angriff der Bakterien, indem sie ihnen den Nährboden entzieht. Dies geschieht durch ihre zusammenziehenden Wirkung, die verhindert, dass Bakterien oder Viren andocken. Außerdem wirken die Gerbstoffe schmerzlindernd und leicht stuhlfestigend.
Vom Spitzwegerich kann man auch einfach einen Tee kochen. Ihr könnt ihn Euch ganz nach Euren Beschwerden zubereiten. Leidet Ihr unter Reizhusten, dann macht Ihr am Besten einen Kaltauszug. Dazu einen Teelöffel oder 1,5 Gramm des getrockneten Spitzwegerichs mit einer Tasse Wasser übergießen und 30 Minuten stehen lassen. Sind Eure Bronchien stark in Mitleidenschaft gezogen, ist ein Aufguss mit heißem Wasser besser. Hierfür die gleiche Menge Kraut mit einer Tasse heißem Wasser überbrühen und sieben Minuten ziehen lassen. Ihr solltet mehrmals eine Tasse des Tees schluckweise trinken. Wenn Ihr an beiden Beschwerdebildern leidet, könnt Ihr Euch natürlich auch beide Zubereitungsarten zugutekommen lassen.
Eine andere Möglichkeit, die guten Inhaltsstoffe des Heilkrautes zu nutzen, ist sich einen Hustensaft herzustellen.


Meine Art dies zu tun, ist folgende:
70 Gramm frisches oder 50 Gramm getrockneten Spitzwegerich in einem Topf mit 1 Liter heißem Wasser übergießen. Eine Stunde stehen lassen und dann ohne Deckel bei mäßiger Hitze so lange kochen, bis sich der Inhalt um die Hälfte reduziert hat. Durch einen sehr feinen Sieb abseihen. Etwas abkühlen lassen und 300 Gramm Honig einrühren. Den noch heißen Spitzwegerichhustensaft in dunkle Flaschen füllen, verschließen und dunkel aufbewahren.
Laura nimmt bei Beschwerden täglich mehrmals 1,5 Esslöffel ein. Durch die Süße des Honigs ist er sehr angenehm im Geschmack.
Jetzt ist die letzte Gelegenheit, ihn aus frischem Kraut herzustellen. Wenn ihr, wie ich, die Chance nutzt, können wir uns vielleicht auch in diesem Jahr den Gang zur Apotheke sparen und mit unsren eigenen Schätzen dem Winter trotzen.
Um im Winter auch schnell einen Tee oder kalten Auzug zubereiten zu können, bietet es sich an, gleich etwas mehr Spitzwegerich zu ernten und trocknen zu lassen. Allerdings müsst Ihr die Heilpflanze zügig trocknen. Ist sie beim Trocknen braun geworden, ist sie für die Behandlung wertlos geworden. Verwechseln könntet ihr sie eigentlich nur mit dem Breitwegerich, dieser schadet garantiert auch nicht, hat allerdings eine geringere Heilwirkung.
Viel Spaß beim Nachmachen und schreibt mir doch mal, ob er Euch auch geholfen hat.
Liebe Grüße aus
Ottilies Kräuterküche

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5 Gedanken zu “Gut gerüstet in den Winter: Hustensaft aus Spitzwegerich selber machen

  1. danke für den Tipp für die – die es noch nicht wissen …

    ich stelle schon seit Jahren den Hustensaft selbst her … aus Spitzwegerich … füge noch optional einen frischen Stängel Thymian hinzu … oder getrockneten …eigenen Oregano mit Blüten … besitze glücklicherweise einen gut gedeihenden Kräutergarten 🙂 habe sogar von diesem Wundersaft – der starken Zeizhusten löst – verschicken können – und als Feedback kam großer Dank – :-9

    dir noch einen feines Wochenende gewünscht von zuzaly 🙂

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  2. Hallo Ottilie,
    vielen lieben Dank für diesen wunderbaren Tipp. Hustensaft habe ich noch nie selber gemacht, muss ich gestehen. Meine Kinder legen den Spitzwegerich immer auf Wunden, wenn sie hingefallen sind. Werde ich auf jeden Fall ausprobieren. Denn selbstgemacht ist immer die bessere Alternative, finde ich. 😉
    Liebe Grüße,
    Susanne

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