Gut gerüstet in den Winter: Tinktur aus Meerrettich und Kapuzinerkresse

 

Selbst gemachte Kräutermedizin: Tinktur mit antibiotischer Wirkung, Meerrettich und Kazinerkressentinktur

Die Sonne schenkt uns noch ein paar Sonnentage. Jetzt ist genau die richtige Zeit, sich eine Kräuterhausapotheke für den Winter anzulegen. Viele Kräuter kann man jetzt noch ernten und sie verfügen fast alle über eine antibiotische Wirkung und helfen gegen allerlei Erkältungskrankheiten. Im Gegensatz zu den in der Apotheke erhältlichen Antibiotika, helfen die Heilpflanzen uns nicht nur gegen schädliche Bakterien, sondern wirkt meist auch gegen Viren und Pilze. Wer also eine leichte Erkältung hat, ist gut damit beraten, sich am Reichtum der natürlichen Antibiotika zu bedienen.

Eine besonders angenehme Art, sich bei Erkältungen etwas Gutes zu tun, ist eine schöne Tasse Tee bei einem Kräuterfußbad. Also heißt es jetzt Kräuter ernten und trocknen, um sie dann, wenn nötig, bereit zu haben. Eine besonders starke antibiotische Wirkung haben Meerrettich und Kapuzinerkresse. Leider gibt es einen Haken, beide haben viele Senfölglycoside. Diese sind hochwirksam gegen Bakterien, Viren, Pilze und gelten auch als krebshemmend. Allerdings verflüchtigen sie sich beim Trocknen und beim Kochen würden auch viele Inhaltsstoffe verloren gehen. Was also tun? Eine Methode die guten Inhaltsstoffe zu lösen, ist eine Tinktur herzustellen. Alkohol zieht die Wirkstoffe aus der Pflanze und konserviert den Auszug außerdem. Wegen des Meerrettichs, der ja eine Wurzel ist, sollte man am Besten 50 %igen Alkohol verwenden, es geht aber auch 40 %iger. Ich habe Wodka mit 40 % Alkoholgehalt verwendet. In der Apotheke kann man auch besonders reinen hochprozentigen Alkohol kaufen, dieser ist allerdings sehr teuer. Aufpassen muss man, dass man keinen sogenannten vergällten Alkohol kauft. Dieser Alkohol wurde ungenießbar gemacht und dient nur zu Reinigungszwecken.

Um Euch meine Tinktur noch etwas schmackhaft zu machen, hier noch Informationen zu unsren beiden Heilpflanzen.

 

Kaputinerkresse aus dem Garten mit Vitamin C und mit hoher antibiotischer Wirkung durch Senfölglykoid

Kapuzinerkresse verfügt über Senfölglycoside, Carotinoide, Anthocyanidine, Flavonoide, Phenole und jede Menge Vitamin C. Essen kann man die Blätter, Blüten und Samen. Gerade jetzt solltet Ihr Eurem Salat täglich ein paar Blätter und Blüten zufügen, um Euch stark für Wind und Wetter zu machen. Verschönert wird der Salat ganz nebenbei auch noch. Medizinisch wird die Kapuzinerkresse hauptsächlich bei Harnwegsinfektionen und Infektionen der oberen Luftwege, Nebenhöhleninfektion und Bronchitis eingesetzt. Das reichlich vorhandene Vitamin C stützt eine schwache Abwehr und bringt uns so wieder auf die Beine. Bei einer Überdosierung können die Schleimhäute, auch die des Magens, gereizt werden. Also nicht bei Magen- und Darmgeschwüren anwenden! Auch Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder sollten vorsichtshalber verzichten. Medizinische Produkte nicht länger als 6 Wochen einnehmen!

 

Meeretich aus dem Garten für eine Tinktur ls natürliches Antibiotika

Meerrettich wird bei uns in Franken ganz tradionell angebaut. Wenn meine Mutter „Krengemüse“ machte, durften wir bei unsrer Oma essen und sie hatte nachher ganz rote Augen vom Meerrettisch reiben. Beim Reiben wird nämlich das Sinigrin durch Enzyme zu scharfen Senfölglycosiden aktiviert. Die Wirkung der Meerettichwurzel ist in ihrem frischen Zustand erheblich höher, als wenn sie getrocknet oder gekocht wird. Deshalb ist es gut, eine Wurzel während des Winters im Kühlschrank aufzubewahren und öfter etwas davon frisch ins Essen zu reiben. Die Dosis von 15 g der frischen Wurzel sollte allerdings nicht überschritten werden. Sie enthält auch viele Senfölgycoside, Vitamin C, ätherische Öle und Kalium. Eingesetzt wird sie hauptsächlich bei Harnwegsinfektionen, Infektionen der Atemwege, Erkrankungen von Leber und Galle und wegen ihrer durchblutenden Wirkung äußerlich bei Rheuma, Gicht und Muskelschmerzen. Mit seinem hohen Vitamin – C – Gehalt stärkt sie außerdem ebenfalls die Abwehr. Auch hier müssen Menschen mit Magen und Darmbeschwerden etwas aufpassen, aber auch Nierenkranke und Kinder unter 4 Jahren sollten sie nicht verzehren. Für gesunde Erwachsene ist Meerrettich allerdings eine Delikatesse.

Die Herstellung unsrer Tinktur geht blitzschnell und supereinfach. Die Kapuzinerkresse frisch ernten und bestenfalls die Meerrettichwurzel aus dem Garten ausgraben. Wenn Ihr sie nicht im Garten habt, beim Gemüsehändler kaufen. Und los geht’s:

 

Kapuzinerkresse- Meerrettich- Tinktur

– 2/3 Kapuzinerkresse, Blüten, Blätter, Knospen und frische Samen (einfach, was Ihr da habt)

– 1/3 Meerettichwurzel

– 40 – 50 %igen Alkohol

Meerrettich schälen und fein würfeln oder grob reiben, Kapuzinerkresse fein schneiden. Beides in ein veschließbares Glas schichten und möglichst schnell mit Alkohol bedecken.

4 – 6 Wochen dunkel stehen lassen und täglich schütteln. Abseihen, entweder durch ein feines Sieb oder durch einen Kaffeepapierfilter.

In dunkle Fläschchen füllen, am besten Tropffläschchen, dunkel und kühl aufbewahren.

Zur Prophylaxe werden 2 – 3 mal täglich 20 – 30 Tropfen verdünnt in einem Glas Wasser eingenommen.

Im Akutfall 3 – 5 mal täglich 30 – 50 Tropfen wieder verdünnt in einem Glas Wasser.

Die Tinktur ist mindestens ein Jahr wirksam.

Vorsicht bei Menschen mit Magen- oder Darmentzündungen, nicht für Schwangere und Kinder.

Die Tinktur herzustellen ist wirklich kinderleicht, nur beeilen müsst Ihr Euch, weil es beim ersten Frost vorbei ist mit der Kapuzinerkressenpracht!

Viel Spaß beim Nachmachen

Eure Ottilie

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3 Gedanken zu “Gut gerüstet in den Winter: Tinktur aus Meerrettich und Kapuzinerkresse

    1. Liebe Danny, ich sehe sie oft beim Gemüsehändler z. B. am Bauernmarkt oder in einen gut sortierten Supermarkt. Bei uns gibt es einen Edeka Markt, der eigentlich regelmäßig welche anbietet.
      Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Suche! Liebe Grüße Ottilie

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