Beinwellsalbe

 

Beinwell,, umstrittenenes Heilkraut... Ihhaltsstoffe: Allantonin (undheilend), Gerbstoffe und Schleim, aber auch Pyrrolizidinalkaloide (krbserregend)

Kennt Ihr das Rauhblattgewächs Beinwell mit seinen haarigen Blättern und schönen Blüten? Weil ich die Wildpflanze so schön finde, habe ich sie vor Jahren ausgegraben und in meinen Garten gesetzt. Seit ich den Beinwell kenne, wird er in der Literatur ganz unterschiedlich behandelt. In einem 20 Jahre alten Kräuterbuch wird zu reichem Verzehr geraten, um die guten Inhaltsstoffe zu nutzen. Im Buch gibt es Rezepte und so werden Wickel vorgestellt, mit gefühlten 1000 Beinwellblättern. Vor circa zehn Jahren wurde dann dringend abgeraten, Beinwell überhaupt zu verzehren. Heute wird meist zu einem maßvollen Einsatz in der Küche geraten. Ihr fragt Euch sicher, warum? Ich will versuchen, das Geheimnis zu lüften.
Der Augenmerk liegt natürlich auf den verschiedenen Inhaltsstoffen. Zum einen enthält Beinwell den Hauptwirkstoff Allantonin, der zu etwa 1,5 % enthalten ist. Allantonin wirkt wundheilend und so wurde Beinwell in den beiden Weltkriegen wegen Medikamentenmangels für schlecht heilende Wunden verwendet. Dazu wurden 200 g frische Wurzeln mit einem halben Liter Wasser eine halbe Stunde abgekocht. Mit dem Sud wurden dann Tücher getränkt und auf die Wunden gelegt.
Außerdem enthält Beinwell noch 30 – 50 % Schleimstoffe, die sich schützend über Wunden, aber auch Schleimhäute usw. legen. Dann noch 1- 6 % Gerbstoffe, die zusammenziehend wirken und somit Blutungen stoppen können.
Das klingt und ist natürlich gerade für Wunden sehr positiv. Allerdings sind auch geringe Mengen vom krebserregenden Stoff Pyrrolizidin enthalten. Deshalb also die Warnung vor der inneren Anwendung. Bei der äußeren Anwendung ist allerdings nicht mit einer schädlichen Wirkung zu rechnen.


Bei mir hat sich der Beinwell so verbreitet, dass er fast schon zur Plage geworden ist. Deshalb habe ich Teile davon ausgegraben und hatte somit auch einige schöne Wurzeln. Zum Wegwerfen einfach zu schade! Da ich aber gerade weder Blutergüsse, Verstauchungen, schlecht heilende Wunden, Venenentzündung, noch rheumatische Beschwerden zu beklagen habe, nutzt mir eine Abkochung wenig. So kam ich auf die Idee eine Salbe zuzubereiten, man weiß ja nie 🙂 und so bin ich gerüstet.
Die beste Erntezeit für die Wurzeln ist übrigens entweder das Frühjahr oder der Herbst. Naja, es ist ja schon fast Herbst.
Damit Ihr sie Euch termingerecht im Herbst zubereiten könnt, hier also meine Beinwellsalbe.

Altes Hausmittel bei Verstauchungen, Gicht, rheumatischen Beschwerden... Beinwellsalbe mit wenigen Zutaten schnell selbst gemacht

Rezept:

65 g geschälte Beinwellwurzeln
150 ml Olivenöl
20 g Bienenwachs

Die Beinwellwurzeln kleinschneiden und mit Öl in einen Topf geben, erhitzen. Aber Vorsicht, das Öl darf nicht rauchen. Zehn Minuten vor sich hinköcheln lassen.
Mit einem Tuch abdecken und über Nacht stehen lassen, bei mir waren das zwölf Stunden. Wieder erwärmen und 5 Minuten am Herd lassen. Absieben, entweder durch ein Tuch oder, wie ich, durch ein sehr feines Sieb. Gut ausdrücken.
Das fertige Öl auf circa 35 Grad abkühlen lassen und das Bienenwachs einrühren, bis es sich vollständig aufgelöst hat.
In saubere Töpfchen füllen und beschriften.
Kühl aufbewahren.

Um sicher zugehen: Nur auf intakter Haut geben und maximal 4 Wochen anwenden.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachmachen!
Liebe Grüße
Ottilie

 

 

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