Wundöl (Johanniskrautöl, Rotöl) selber machen

Wundöl (Johanniskrautöl, Rotö) selber herstellen

Fast hätte ich es dieses Jahr verpasst, denn traditionell wird Johanniskrautöl Ende Juni hergestellt. Trotzdem kann man mit dem noch überall blühenden Johanniskraut auch jetzt noch ein Wundöl herstellen. Es ist einfach genial: bei leichten Verbrennungen wirkt es ebenso gut, wie bei kleinen Wunden, roten Babybäckchen oder wunden Babypopos. Meinen Neffen half es immer hervorragend, wenn sie mal wieder in meine Brennnesseln gefallen sind 🙂 Innerlich wirkt es bei Bauchschmerzen, Schleimhautproblemen im Mund- und Rachenraum, sowie leichten depressiven Verstimmungen. Das Wundöl ist also vielseitig einsetzbar. Bekannt ist das Johanniskraut vor allem wegen seines Gehalts an Hyperforin und Hypericin. Der rote Farbstoff  Hypericin tritt bei unserem Wundöl nach 6 Wochen aus und hat ihm den Namen Rotöl eingebracht. Hypericin ist für seine antidepressive Wirkung bekannt, für die Wundheilung ist allerdings das Hyperforin wesentlich. Dieser Stoff ist hauptsächlich in den Stempeln und Früchten des Johanniskrauts zu finden.

 
Johanniskraut frisch gepfückt zur Herstellung von Wundö l(Rotöl, Johanniskrautöl)

Kennt ihr das echte Johanniskraut? Es blüht von Juni bis Ende August, wird bis zu einem Meter hoch und hat viele feine, ovale Blätter. Die leuchtend gelben Blüten haben bräunliche Staubfäden und sind mit schwarz-roten Drüsen versetzt. An diesem roten Farbstoff, der beim Zerreiben die Hände färbt, erkennt Ihr es. Zu verwechseln ist es vielleicht mit dem Jakobs- Geiskraut, das leberschädigend wirkt. Also bitte nur pflücken, wenn ihr es sicher kennt!

 
Echtes Johanniskrautöl zur Herstellung von Rotöl

Das Johanniskraut wirkt entzündungshemmend, gegen Bakterien, Viren und Pilze. Es fördert die Wundheilung, wirkt durchblutungsfördernd und schmerzstillend.  Bekannt wurde es allerdings wegen seiner Wirkung bei leichten und mittleren Depressionen. Hier ist es wirklich gut erforscht. Dr. Heidi Braunewell, eine Dozentin in meiner Ausbildung zur Gesundheitsberaterin, schrieb ihre Doktorarbeit über das Johanniskraut und hat uns mit ihrer Begeisterung angesteckt. Wer allerdings unter Depressionen leidet, muss ein hochdosiertes Fertigpräparat einsetzten und braucht ärztliche Begleitung. Das Wundöl ist als Hausmittel eingesetzt ein echte Wunderöl, aber Depressionen kann es leider nicht heilen.
Die Zubereitung des Johanniskrautöls ist kinderleicht und schnell gemacht. Lediglich das Sammeln der Blüten und das Warten auf den fertigen Ölauszug benötigen Zeit.

 
Johanniskrautwundöl sebstt herstellen

Rezept:
125 g frische Blüten in jeglichen Stadien (Knospen, frisch aufgeblühte und schon fast verblühte)
500 ml kaltgepresstes Öl (Olivenöl, Sesamöl oder ähnliches)

Zuerst werden die Blüten gesammelt, möglichst vormittags bei schönem Wetter. Besser noch sollte das Wetter seit mindestens drei Tagen gut gewesen sein.
Die Blüten außen ausbreiten, denn  sollten Käfer oder Insekten in den Blüten versteckt sein, suchen sie jetzt das Weite. Danach in ein Glas füllen und etwas anmörsern, damit die Inhaltsstoffe leichter gelöst werden können.
Mit dem Öl auffüllen und mit einem Tuch abdecken. Nach neusten Erkenntnissen der Forschergruppe von Prof. Dr. Schrempp in Freiburg sollte man das Öl im Dunklen ausziehen, da das Flavonoid Hyperforin lichtempfindlich ist.
Nach sechs Wochen das Öl durch ein Tuch abseihen, in dunkle Flaschen füllen und kühl stellen.
Ich selbst mache dieses Öl seit ich denken kann und benutze es bei vielen Gelegenheiten. Es ist einfach der Hammer. Mit dem Bügeleisen gebrannt, an den Herd gekommen, leichte Schnittverletzungen und erwähnte Kinderpopos, es wirkt immer! Aber Vorsicht,  nach dem Auftragen auf die Haut sollte man die direkte Sonne meiden.
Wer noch dieses Jahr Johanniskrautöl selbst zubereiten will, muss sich beeilen. Das Wundöl ist aber auch unter vielen Namen im Reformhaus oder der Apotheke zu bekommen.
Viel Spaß beim Nachmachen
Eure Ottilie

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2 Gedanken zu “Wundöl (Johanniskrautöl, Rotöl) selber machen

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