Unkrautbekämpfung der besonderen Art: Giersch-Tomatenpesto, vegan, fettarm und auf Wunsch rohköstlich

Wildkräuterpest aus Giersch mit Tomaten, fettarm, vegan und rohköstlichAls ich in mein kleines Haus zog oder genauer gesagt in meinen kleinen Garten, bekam ich von allen möglichen Menschen Gartenableger. Teilweise wussten die Mitbringer selber nicht, was sie mir da genau mitbrachten. „…keine Ahnung, hat mir meine Mama für dich gegeben“. Von meiner lieben Freundin Gabi bekam ich immer die schönsten Ableger; kein Wunder, sie hatte schon damals einen wunderschönen Garten. Einmal wuchsen plötzlich zwei Pflanzen nebeneinander und ich wusste nicht mehr, welche ich von ihr bekommen hatte. Das nächste Mal als wir uns sahen, fragte ich sie was das „Richtige“ sei. Sie schaute ganz entsetzt und sagte: “Reiß das sofort raus, das ist Giersch, den wirst du nie mehr los!“ Sie sollte Recht behalten, aber ich ärgere mich nicht, sondern esse ihn einfach auf! :-)

 

 
Giersch Würzkraut aus dem Garten zu Weiterverarbeitung in der Küche

Kennt ihr Giersch? Mittlerweile ist er sogar schon in die Gourmetküche eingezogen und auch ich habe reichlich Abnehmer für den Doldenblütler. Ich rate immer von einem „in den Garten setzten“ ab und biete die Miternte in meinem Garten an. Denn Gabi hatte Recht, einmal im Garten hat man keine Chance, ihn wieder loszuwerden. Er liebt einen feuchten, leicht schattigen Standort und da ist er vor meiner Haustür gerade richtig. Wenn man nicht aufpasst, überwuchert er alles und so bin ich über meine Miternter ganz froh. Allerdings tue ich meinen Abnehmern auch etwas Gutes, denn schließlich ist der Giersch ein sehr schmackhaftes, gesundes Kraut. Ernten kann man alle Bestandteile: Blätter, Blüten und auch Samen. Jedoch sind die jungen Blätter doch besonders lecker und eignen sich hervorragend zum roh essen. Ältere Blätter sind als Würzpflanze für Gemüsepfannen, Suppen und Eintöpfe geeignet. Die Gierschblüten sind eine schöne Deko für Speisen und Samen hab ich, ehrlich gesagt, noch nie gekostet. Der Geschmack der Blätter wird als eine Mischung von Karotte, Petersilie und Sellerie beschrieben. Mag sein, ich finde ja Giersch schmeckt einfach nach Giersch. Einmal gekostet, weiß man, wie er schmeckt.
Giersch wird volksmedizinisch besonders Gicht- und Rheumakranken empfohlen. Er hat eine entwässernde, entzündungshemmende, krampflösende und entsäuernde Wirkung. Aber alle diese Wirkungen tun auch uns Gesunden gut. „Entgiftung“ ist gerade im Frühjahr ja immer angesagt. An der Entwässerung ist natürlich das enthaltene Kalium „schuld“, aber auch andere gute Mineralstoffe sind enthalten, zum Beispiel Magnesium, Calcium, Mangan, Zink und Kupfer. Mit 100 g Giersch ließe sich schon der Vitamin C  Tagesbedarf decken, aber auch an Vitamin A und Eiweiß übertrifft er einen Kopfsalat um ein vielfaches. Ätherische Öle, Harze, Flavonoide und Phenolsäure sind im Giersch auch zu finden. Ich lade Euch hiermit zu einer sehr schmackhaften und gesunden Unkrautvernichtung ein: Gierschpesto!
Geht es Euch auch so, dass ihr manchmal Lust auf einen leichten und doch schmackhaften Pestogenuss habt? Ich mache mir dieses (oder ähnliche) Tomatenpestos sehr oft, man kann nahezu jedes Kraut mitverwenden. Getrocknete Tomaten geben den intensiven Geschmack, wer will kann auch noch ein wenig Tomatenmark hinzufügen. Ich habe diesmal die Soft-Tomaten von Rapunzel verwendet, sie sind sonnengetrocknet, werden dann aber durch ein heißes Wasserbad soft gemacht. Oft verwende ich auch einfach in Öl eingelegte getrocknete Tomaten oder ich lege sonnengetrocknete Tomaten selber ein paar Stunden in Wasser ein, das ist dann die Rohkostvariante.
Diese Tomatensoße ist natürlich wie dafür gemacht, das gesunde Curcuma mitzuverarbeiten. Eine Prise Pfeffer dazu und schon entfaltet es seine gesunde entzündungs- und krebshemmende Wirkung. Knoblauch tut sein übriges dazu.
Mein Rezept?

 
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Zutaten:
250 g Cocktailtomaten
50 g getrocknete Tomaten
1 Esslöffel Berberitzen für die Süße
1 Handvoll Giersch (hier 25 g)
Saft einer halben Zitrone
Salz, ein Stück Curcuma, Pfeffer, 1 Knoblauchzehe
Alle Zutaten in einen Mixer und bis zur gewünschten Textur mixen.
Schmeckt lecker zu Nudeln, Reis, Quinoa, Amaranth, Hirse…
Schnell gemacht und einfach lecker, hmm!
Liebe Grüße aus Ottilies Küche

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3 Gedanken zu “Unkrautbekämpfung der besonderen Art: Giersch-Tomatenpesto, vegan, fettarm und auf Wunsch rohköstlich

  1. Vor 4 Wochen haben ich (per Hand) sämtlichen Giersch im Garten beseitigt; nach meiner Rückkehr aus dem Kurlaub ist nun alles wieder voll damit. Danke für den Tipp mit dem Pesto – ich werde es mal versuchen. LG

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  2. Giersch ist als Unkraut wirklich lästig und schlimmer als Springkraut (Samen essbar). Giersch-Pesto ist eine gute Idee! Bislang kannte ich nur Suppe und die war auch super 🙂
    Schön, was man so alles im Garten hat…

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