Meine aller-, aller-, allerliebste vegane Budwigcreme

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Kennt ihr Budwigcreme? Sie ist benannt nach ihrer Erfinderin Johanna Budwig und besteht in ihrer ursprünglichen Form aus Magerquark, Leinöl und geschroteten Leinsamen.

Die Apothekerin und Biochemikerin Dr. Johanna Budwig beschäftigte sich als Gutachterin im Bundesinstitut für Fette mit der Frage, welche Auswirkungen Fette auf die menschliche Zelle haben. In ihren Forschungen stelle sie fest, dass ungesättigte Fette in Kombination mit schwefelhaltigen Aminosäuren für eine gesunde Zellatmung benötigt werden. Während gesunde Zellen ihren Energiebedarf mit Hilfe von Sauerstoff decken, gedeihen Krebszellen im anaeroben Milieu. Nach Dr. Budwig kann die Krebszelle, durch Zuführung einer Kombination aus ungesättigten Fettsäuren und schwefelhaltigem Eiweiß in einen gesunden Zustand zurückgeführt werden. Selbst Kritiker geben zu bedenken, dass Omega 3, das sich in dem guten Leinöl befindet, krebshemmend wirkt, während  Omega 6, das wir im Übermaß konsumieren, eher eine krebsfördernde Eigenschaft besitzt. Im Übrigen rät Dr. Budwig nicht nur zu Leinöl; in ihrer Diät waren auch verschiedene Fette nicht erlaubt. So riet sie dringend vor Margarine wegen ihrer Transfette ab, außerdem sind tierische Fette und minderwertige Öle verboten. Auch Zucker, Weißmehl, Konserven, alle industriell hergestellten Lebensmittel, Milchrodukte mit Ausnahmen von Magerquark und Hüttenkäse, Wurst- und Fleischwaren waren in ihrer speziellen Antikrebsdiät nicht erwünscht. Dagegen standen viel Gemüse, Nüsse, Obst, frischgepresste Obst- und Gemüsesäfte, Sauerkrautsaft und natürlich Leinsamen und Leinsamenöl auf den Tisch auf ihrem Speiseplan.

Moderne Forschungen bestätigen, dass Leinsamen durch ihre kurzkettigen Omega-3-Fettsäuren entzündungs- und krebshemmend wirken. So wurde festgestellt, dass 30 g geschrotete Leinsamen täglich bei Patienten mit Prostatakrebs das Wachstum des Karzinoms signifikant verlangsamen. Außerdem enthält unsre gute Leinsaat Lingane, ein Phytoöstrogen, das wiederum entzündungs- und krebshemmend wirkt. Fünf Milligramm täglich sind nötig um das Brustkrebsrisiko zu senken. Ein Teelöffel Leinsamen enthält schon 13 Milligramm Lingane, das ist also gut zu bewerkstelligen.  Dr. Budwig hat sich viele Feinde mit ihren Ansichten gemacht, jedoch auch viele Bewunderer. Ihr Anliegen war, Krebspatienten, oft von der Medizin aufgegebenen, zu helfen. Wobei sie ein striktes Befolgen ihrer Diät einforderte. Ihr Buch: „Krebs das Problem und die Lösung“ ist für einen Nichtchemiker finde ich schwer zu lesen. Es hat mich viel Mühe gekostet die Zusammenhänge und Formeln zu verstehen. Ich halte Dr. Johanna Budwig für eine sehr intelligente Frau und da ihre Budwigcreme so lecker schmeckt, liebe ich sie. Allerdings habe ich, wie viele andere, meine vegane Variante geschaffen. Denn schwefelhaltige Aminosäuren sind natürlich nicht nur in Magerquark zu finden. Dr. Johanna Budwig allerdings bestand auf Magerquark und meinte, sie habe noch nie Menschen erlebt, die diese Creme nicht vertragen. Nach ihrem Tod ist trotzdem eine kleine Budwigcremerebellion ausgebrochen und nun gibt es unzählige vegane Varianten. Paranüsse, Macadamia- und Cashewnüsse, Sesam, Sonnenblumenkerne und Soja, alle enthalten schwefelhaltige Aminosäuren. Am leichtesten ist die Creme natürlich mit Sojajoghurt oder -quark zuzubereiten, wobei man etwas mehr davon braucht, um auf die gleiche Menge des guten schwefelhaltigen Eiweiß zu kommen. Beim Joghurt geht man von statt 125 g Magerquark von 300g Sojajoghurt aus. Diese Creme ist für mich wie ein köstliche Süßspeise und ich bereite sie mir auf ganz unterschiedliche Weise zu. Eine ist aber meine aller-, allerliebste Köstlichkeit. Schön finde ich sie auch noch, so will ich sie euch natürlich nicht vorenthalten.

Alles fing damit an, dass mein Naturkostladen Aroniabeeren frisch und aus der Region anbietet. Pur in den Mund gesteckt, sind sie zuerst äußerst lecker, haben aber dann einen sehr herben Nachgang. Vom gesundheitlichen Wert dieser Wunderbeere habe ich euch ja schon in meinem Artikel: Superfoods: Aroniabeere/Gojibeere erzählt.  Nun wollte ich sie also auf eine schmackhafte Art konsumieren. In dieser Budwigcreme schmeckt sie so herrlich, einfach köstlich! ..und die Farbe!

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Vor kurzem habe ich sie auch mit getrockneten Beeren gemacht, genauso lecker! Jetzt, mitten im Dezember, gab es aber nochmal frische Aroniabeeren zu kaufen, da konnte ich natürlich nicht widerstehen. Aber versucht es doch einfach einmal selbst.

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Hier das Rezept:

Aroniabeeren (ich habe sie nicht abgewogen, sorry!)
250 g Sojajoghurt
3 Esslöffel Sojamilch
2 Esslöffel Leinsamen
1 Esslöffel Leinsamenöl
2 Paranüsse
1 fingernagelgroßes Stück Kurkuma (und eine Prise Pfeffer)

Zuerst schrote ich die Leinsamen mit einem kleinen Mixer an. Danach kommt einfach alles andere dazu und wird kräftig gemixt, denn das Leinsamenöl soll mit dem Eiweiß emulgieren. Die Leinsamen quellen sehr, deshalb gibt man die Sojamilch dazu. Obst der Saison (hier Apfel, Birne, Banane) in einer Schüssel anrichten, die Budwigcreme darauf verteilen. Wer will kann es noch mit Superfoods bestreuen. Ich mag natürlich meine selbstgemachten: Hagebuttenpulver oder Brennnesselsamen.
Bon Appetit!
Ottilie

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7 Gedanken zu “Meine aller-, aller-, allerliebste vegane Budwigcreme

  1. Hallo, ich bin auch überzeugt von den guten Eigenschaften des Leinsamens! Seit ungefähr einem halben Jahr frühstücke ich unter der Woche die klassische Variante mit Magerquark, geschroteten Leinsamen, Leinöl und etwas Obst. Ich find’s richtig lecker! Deine Variante hört sich aber auch gut an, wird mal probiert … Grüße, Sandra

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  2. Mmh, das sieht wirklich sehr lecker aus! Ich kann mir dsa gerade auch sehr gut mit Erdbeeren oder Blaubeeren vorstellen… das werd ich zur nächsten entsprechenden Beerensaison ausprobieren! Gleich auc´f die to Do-Liste für nächstes Jahr 🙂
    Danke für die interessanten Infos und das Rezept! 🙂

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