Wildkräutertäschchen (vegan und superschnell gemacht – das Highlight für das Partybuffet)

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Wenn ich mit der Bitte, etwas für das Buffet mitzubringen, zu Partys eingeladen werde, bereite ich gern diese veganen Kräutertäschchen zu. Salat und Nachtisch sind meist schon in Hülle und Fülle zu finden und so kommt etwas Abwechslung auf die Tafel. Sie sind auch gut, wenn sich Besuch anmeldet und man nicht weiß, ob die Gäste zum Abendessen bleiben.

Diese Kräutertäschchen sind schnell gemacht, die Zutaten sind entweder haltbar oder einfach im Garten zu pflücken. Sie kommen immer gut an, sind nicht „zu gesund“ und doch etwas Besonderes. Eine Rolle Blätterteig aus dem Supermarkt, (wenn gesundheitsbewusste Gäste kommen, gern den Vollkornblätterteig vom Bioladen), Zwiebeln, getrocknete Tomaten in Öl und eine Handvoll Wildkräuter vor der Haustüre pflücken, schon hat man die Zutaten für diese wunderbaren Partysnack zuhause. Mit einem Salat kann man sie als vollwertiges Abendessen servieren.

Wildkräuter sind im Moment ja der Renner. Wurde mein Garten früher als verwildert bezeichnet, kommen jetzt Menschen zu mir, die gewisse Wildkräuter mal live sehen wollen und sich über ein Sträußchen oder Ableger zum Mitnehmen freuen.
Nicht jeder kann sich mit dem Geschmack vom wilden Kraut sofort anfreunden, aber diese kleinen Verführungen bringen immer alle ins Schwärmen. Wer seine Liebsten also langsam an den leicht bitteren Geschmack von Windkräutern gewöhnen will, sollte es einmal damit versuchen. Man muss ja nicht gleich erzählen was drin ist. So ging es mir einmal, als eine ältere Frau meinte, sie würde ja nie Klettenlabkraut essen, dieses klebrige Unkraut! Ich musste gestehen: „Oh, das hast Du gerade gegessen, das war mit in den Blätterteigtäschchen!“. Sie antwortete, es habe trotzdem wirklich gut geschmeckt, bei mir würde sie eine Ausnahme machen. 🙂

An den bitteren, herben Geschmack des Wildkrautes müssen wir uns erst wieder gewöhnen, denn aus unserer Nahrung wurde bitter, sauer und herb herausgezüchtet. Das ist sehr schade, denn eigentlich ist es unserer Gesundheit sehr zuträglich. Bekannt ist, dass Bitterstoffe Leber und Galle anregen und  unseren Appetit in einem gesunden Maße fördern. Aber sie können noch viel mehr, sie regen allgemein die Sekretion an, also im Mund beginnend mit dem Speichelfluss, Magen, Leber, Galle, aber auch die Bauchspeicheldrüse. So werden Nährstoffe leichter und besser aufgenommen, vor allem auch die fettlöslichen Vitamine, Vitamin B 12, Eisen, Aminosäuren, Fette und Kohlehydrate. Nicht nur Veganer haben oft einen Vitamin – B 12 – Mangel, auch sehr viele Mischköstler. Das Vitamin muss nämlich im Magen durch den sogenannten Intrinsic Faktor aufbereitet werden, um dann im Darm aufgenommen werden zu können. Dieser Intrinsic Faktor funktioniert aber oft nicht mehr richtig, die Bitterstoffe allerdings aktivieren ihn. Der Magen wird durch die Bitterstoffe allgemein besser durchblutet und somit haben Entzündungen und der gefürchtete Helicobacter pylori weniger Chancen, sich auszubreiten. Da sich unsere Bitterstoffe unter anderen auch positiv auf den Säure-, Basenhaushalt auswirken, sind sie besonders für Stoffwechselkranke zu empfehlen, also z.B. bei Gicht, Rheuma und Hauterkrankungen.

Allgemein helfen sie uns gesund zu bleiben, die Liste der positiven Eigenschaften auf dem Körper ist so lang, dass mir nichts einfällt, wofür sie nicht gut sein sollten. 🙂
Man sollte das Bittere allerdings doch noch etwas schmecken, da der Körper sie am Besten aufnimmt, wenn sie im Mund geschmeckt werden. Biertrinkern könnt ihr Bitterstoffe leicht servieren, da sie den bitteren Geschmack gewöhnt sind. Kinder allerdings tun sich schwer damit, da sie einfach noch über viel mehr Geschmacksknospen verfügen, nehmen sie die Bitterstoffe einfach viel stärker wahr. Forscher glauben, dass diese Abneigung von der Evolution gewollt ist, da Bitteres, ebenso wie Grünes, oft auch giftig ist, Süßes hingegen nur sehr selten. Unsere Kinder können also gar nichts dafür, dass sie so auf Süßes gepolt sind. 🙂
Nun mal wieder genug geredet, auf zum Rezept

Zutaten:
1 Rolle Blätterteig oder 1 Päckchen aus dem Biomarkt
1 Handvoll Wildkräuter
1 große (rote) Zwiebel
1 Knoblauchzehe
5 getrocknete Tomaten (in Öl oder in Wasser eingeweicht)
Kokosöl oder Olivenöl
Salz, Pfeffer
etwas Milch oder Sahne zum Bestreichen

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Zwiebeln und Knoblauch kleinschneiden und im Kokosöl anbraten. Derweilen die Wildkräuter kleinschneiden und dazugeben. Kurz anbraten, dass alles etwas zusammenfällt.

Getrocknete Tomaten kleinschneiden, dazugeben und nach Wunsch abschmecken.
Den Blätterteig in Rechtecke schneiden, etwas ausrollen oder langziehen, die Füllung auf eine Hälfte geben und die andere darüber klappen. Ich nehme dann eine Gabel, drücke sie auf die Kanten und erreiche so, dass sie fest verschlossen sind.
Mit etwas Milch, Hafer-, oder Sojasahne bestreichen und bei 175 Grad je nach Größe ca. 20 Minuten backen. Heiß, warm oder kalt genießen.

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Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachmachen.
Eure Ottilie
P.S. Jetzt ist eine gute Gelegenheit noch Brennnesselsamen zu ernten und für den Winter zu trocknen!

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6 Gedanken zu “Wildkräutertäschchen (vegan und superschnell gemacht – das Highlight für das Partybuffet)

    1. Liebe Sharon,
      im Naturkostladen hab ich schon Blätterteig ohne Palmöl gekauft, aber dieses Artikel: https://schrotundkorn.de/lebenumwelt/lesen/palmoel-eine-tragische-geschichte.html
      fand ich damals sehr interessant! Ich musste erst Zeit finden, ihn zu suchen und bei mir war der Bär los :-), deshalb die späte Antwort, entschuldige bitte!
      Ich hab die letzte Zeit viele Artikel über Palmöl gelesen und denke dieser sollte zur Info auch dazugehören.
      Liebe Grüße vom Bär und Ottilie :-9

      Gefällt 1 Person

  1. Ich fühle mich auch mit der Welt fairbunden und möchte mich so wenig wie möglich schuldig machen. Manchmal ist das nicht so leicht z.B. andere Menschen nicht für unseren Konsum leiden zu lassen. Geiz ist absolut nicht geil!

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