Dufte Sache! – Blütenwasser: Lavendel- und Rosenhydrolat einfach selbermachen

selbstgemachtes Hydrolat aus Lavendel zur Pflege und Wellness
Ich bin ein Duftjunkie. Ich liebe es, an Rosen, Muskatellersalbei, Lavendel, Thymian, Zitronenverbene, Mädesüß usw. zu riechen. Ich finde, das macht glücklich und fast ein bisschen high. Diese Dufterlebnisse möchte ich mir immer mit in den Winter nehmen, als Versprechen, dass es wieder Sommer werden wird. Dafür nutze ich viele Möglichkeiten: Tee, Blüten- und Kräutersalz, Badesalz, Salben, Ölmazerate und ein selbstgemachtes Gesichtswasser aus Blüten oder aromatischen Kräutern, wie z.B. Zitronenverbene. Heute will ich Euch aber das klassische Rosen- und Lavendelhydrolat vorstellen.

Lavendel Angustifolia officinalis

Ein Hydrolat entsteht eigentlich bei der Gewinnung des Ätherischen Öls, das durch Dampfdestillation gewonnen wird. Das Ätherische Öl wird im Wasserdampf gelöst. Dabei entsteht Blütenwasser, in dem Duft und sonstige wasserlösliche Inhaltsstoffe der Blüten gelöst sind. Profis verwenden hierzu die „Leonardo-Destille“. Mich hat ihr Bild an eine Espressokanne erinnert und mit der habe ich es auch probiert – erfolgreich! Natürlich habe ich mir, als ich vor ein paar Jahren damit anfing, eine neue Kanne gekauft, die ich ausschließlich zu diesem Zweck nutze. Mir ist dabei wichtig, dass sie aus Edelstahl und nicht aus Aluminium gefertigt wurde.

 

Die Methode ist sehr einfach: Unten Wasser in die Kanne und möglichst viele zerkleinerte Blüten oder Kräuter in das Sieb geben, die Kanne aufschrauben und auf den Herd stellen. Wenn der „Blütenespresso“ fertig ist, lasse ich ihn in der Kanne auskühlen, so dass die Ätherischen Öle, die am Kannendeckel hängen, wieder zurück ins Wasser fallen und nicht „verdampfen“. So sind in unserem selbstgemachten Gesichtswasser noch viele Ätherische Öle enthalten.

Rosen biologisch gedüngt und ungespritzt aus dem eigenen Garten

Man empfiehlt, wenn man das Blütenwasser länger verwenden möchte, es mit etwas Alkohol zu konservieren. Da ich es aber nur für mich selbst verwende und bei Geschenken darauf hinweise, mache ich das nicht. Trotzdem ist es wichtig auf Sauberkeit bei der Herstellung zu achten und die Flaschen, in die das Rosen-, bzw. Lavendelhydrolat gefüllt wird, direkt davor entweder mit Alkohol auszuschwenken oder mit kochendem Wasser keimfrei zu machen.

Das Gesichtswasser soll bei der Feuchtigkeitsregulierung der Haut helfen. Unter die Gesichtscreme gesprüht oder getupft, hilft es, diese besser aufzunehmen. Gerade bei trockener, gereizter Haut ist es zuträglich, da es ja auch keinen Alkohol enthält. Natürlich kann man das gute Hydrolat auch zur Weiterverarbeitung für selbstgemachte Naturkosmetik verwenden, ebenso als Kompresse, bei Insektenstichen, zur Erfrischung im Sommer, als Rasierwasser usw. Bei der Heilwirkung wird das Hydrolat als kleine Schwester des Ätherischen Öls beschrieben. Wirkt also Lavendelöl beruhigend und leicht desinfizierend, dann ist die Wirkung des Lavendelhydrolats dementsprechend schwächer und sanfter. Da ich mein Blütenwasser „frei Schnauze“ herstelle, kann man es  aber nur als Wellnessprodukt, und nicht als Heilmittel, verwenden.

Rosenblütenernte aus dem Garten zur Herstellung von Rosenblütenhydrolat zur natürlichen Pflege der Haut

Zur Herstellung gehe ich in den Garten und sammele meine ungespritzten Rosenblütenblätter oder Lavendelblüten. Dann breite ich sie draußen auf einem Tisch aus, um kleinen Käfern die Chance zu geben, zu flüchten. Bei den Rosenblüten ist es sogar gut, sie ein wenig „anwelken“ zu lassen. Nun zerkleinere ich die Blüten etwas und stopfe möglichst viel davon in das Espressosieb. Das Unterteil wird mit Wasser gefüllt und dann wird die zusammengebaute Kanne auf den Herd gestellt. Denkt an das Abkühlen in der Kanne mit geschlossenem Deckel, nachdem das Wasser durchgelaufen ist! Dann muss man das Duftwasser nur noch in dunkle Flaschen mit Sprühkopf füllen und kühl aufbewahren. Jeder Sprühstoß ist ein Wellnesserlebnis!

Wenn Ihr ein Rasierwasser für Euren Liebsten zubereiten wollt, empfehle ich Euch Zitronenverbene. Habe ich auch schon gemacht, riecht fantastisch, aber nicht so blumig.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim „Sommer konservieren“!
Eure Ottilie

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