Die Saison beginnt: Blütensalze

Blütensalz, selbstgemacht, zur Erweiterung von Kräutersalz.

Überall blüht und duftet es zur Zeit. Wunderschön sind die Blüten – aber wie können wir sie in der Küche nutzen?  Klar, als Tee – im Beutel oder Sieb sieht so eine Blütenmischung einfach einmalig aus. Ich mache auch total gern Blütensalz, das wunderbar duftet und optisch durch seine Farbe verzaubert. „Blütensalze?“, wurde ich gefragt, „wie kommt man auf so was?“ Ganz einfach, normalerweise kennt man ja z.B. Rosen- oder Veilchenzucker. Nun verwende ich kaum Zucker in meiner Küche, so war es naheliegend, Blütensalze zu kreieren.

Rosen- und Gänseblümchensalz mache ich schon viele Jahre. Letztes Jahr fand ich wunderschöne Malvenblüten, die das Salz violett färbten. Auf z.B. weißen Rettich gestreut, ist das optisch unschlagbar. So packte mich der Ehrgeiz und ich experimentierte mit ganz verschiedenen Blüten. Hornveilchenblütensalz sieht ziemlich giftig aus, kann ich euch sagen. 🙂 In diesem Artikel stelle ich euch einige meiner schönsten Kreationen vor und erzähle von den verschiedenen Möglichkeiten, Blütensalze herzustellen. Denn die Saison beginnt! Gänseblümchensalz habe ich schon wieder gemacht. Bei der Ernte sollte man einiges beachten, z.B. nicht neben befahrenen Straßen, gedüngten Feldern oder Hundespazierwegen ernten. Deshalb ist der Garten ist für mich der ideale Sammelplatz. Ich kann sicher sein, dass er ungedüngt ist, er liegt an keiner Straße und außer der Nachbarskatze, dem Igel und den normalen Gartentieren spaziert niemand durch, auch einen Fuchs habe ich noch nie gesehen. Rasenmähen ist bei mir allerdings sehr zeitraubend, weil ich zuerst alle Heilpflanzen ernten will! 🙂

Gänseblümchen gemahlen zur Weiterverarbeitung zu Blütensalz

Es gibt verschiedene Methoden für die Herstellung von Blütensalz: Die Blüten zu trocknen und dann das Salz mit dem Mörser oder dem Mixer einzuarbeiten ist die eine. Hier kann man seine Kräuter sammeln und dann zusammen verarbeiten. Eine weitere Methode ist, die frischen Blüten mit dem Salz auf die gewünschte Art zu vermengen und dann zu trocknen. Vor Schimmel muss man sich nicht fürchten, denn das Salz konserviert ja. Bei dieser Art der Zubereitung färben die Blüten das Salz mehr. Beide Methoden funktionieren wunderbar.

änseblümchensalz, selbstgemacht, als Kräutersalz

Gänseblümchen wachsen fast das ganze Jahr und das Blütensalz lässt sich mit fast jedem Gericht kombinieren. Die Farbe des Gänseblümchensalzes ist hellgelb mit grünen Pünktchen. Wie alle Blüten hat auch das Gänseblümchen Heilwirkungen, allerdings sind die über das Salz aufgenommenen Mengen gering. Aber unser Immunsystem muss sich ständig gegen unerwünschte Eindringlinge wehren, so ist eine kleine Hilfe sicher nützlich. Gänseblümchen sind schleimlösend, auswurffördernd, entzündungswidrig und stoffwechselanregend. Da viele von uns unter chronischen (Mikro-)Entzündungen leiden, ist es sicher nicht schlecht, sich ständig Minigaben zuzuführen. Das Salz mochte bis jetzt jeder, obwohl Gänseblümchen im Salat nicht jedermanns Sache ist.

ensalz, selbstgemacht...Gourmentsalz

Rosensalz duftet phantastisch. Obwohl man es sich kaum vorstellen kann, verzaubert es viele pikante Speisen. Selbstgemachtem Humus gibt es eine feine Note, auch zu Salat passt es gut. Oder man macht eine Rosenbutter daraus, vielleicht erinnert ihr Euch an mein Rezept.Erwähnenswerte Inhaltsstoffe der Rosenblüten sind Gerbstoffe, ätherische Öle, Vitamin A, C und Flavonoide. Wegen der Gerbstoffe werden sie naturheilkundlich bei Mundschleimhautentzündungen eingesetzt. Beim Rosenblütensalz aber geht es aber einfach um den Genuss und den sinnlichen Duft. Denkt daran, ausschließlich ungespritzte und nur biologisch gedüngte Rosen verwenden.

Lavendelsalz, aus dem eigenen Garten, selbstgemacht

Auch Lavendelsalz verzaubert durch seinen unwiderstehlichen Duft. Ich hätte mir die Farbe „blauer“ vorgestellt. Ohne den typischen Geruch der Duftpflanze (und die Beschriftung auf dem Glas), könnte ich es nicht erkennen. Der Duft bewirkt eine Serotoninausschüttung. Innerlich angewendet, wirkt Lavendel schlaffördernd, entkrampfend und ist hilfreich bei Herz- Kreislaufbeschwerden und bei Magen – Darmbeschwerden. Sicher kennt ihr Lavendel aus der Kräutermischung „Kräuter der Provence“. Das Salz könnt ihr ähnlich einsetzen. Wer mehr über die die Heilwirkung von Lavendel lesen möchte, findet hier weitere Informationen.

Schfsgarbensalz, Blütensalz selbstgemacht

Schafgarbe gehört als Heilpflanze einfach zu meinen Lieblingen. Ich habe das Gefühl, egal welche Beschwerden man hat, Schafgarbe hilft. Sie lindert Kopfschmerzen, Periodenbeschwerden, Magen-, Darmbeschwerden aller Art, sowie Entzündungen und kann innerlich oder äußerlich  angewendet werden. Besonders zu erwähnen ist ihr ätherisches Öl, darunter Azulen (das wir von der Kamille kennen) und Cineol (wirkt entzündungshemmend und antibakteriell), Gerb- und Bitterstoffe, Vitamine und Kalium.
Das Schafgarbensalz ist für mich auch ein Universalsalz, die Farbe ist zartgelb.

Ringelblumensalz, selbstgemacht für die Küche

Kräftig gelb dagegen ist das Ringelblumensalz. Es schmeckt einfach nach Ringelblumen 🙂 Wir kennen Ringelblumen meist als Salbe, dafür gibt es hier ein Rezept. Ich hatte aber so viele, dass ich sie auch zur Dekoration meiner Speisen verwendete  und schlussendlich dieses Salz zubereitete. Innerlich eingesetzt soll sie die Verdauung anregen, besonders die Galle. Klar sie hat viel ätherisches Öl, aber auch Bitterstoffe und Saponin, das schleimlösend wirkt. Ich habe nur die Blütenblätter und nicht die ganzen Köpfchen verwendet.

Hornveilchensalz, mit der Heipflanze Hornveilchen, selbstgemacht aus dem eigenen Garten

Das Hornveilchensalz habe ich aus ungetrockneten, wunderschönen Blüten zubereitet. Wirklich erstaunt war ich, als ich statt eines schönen bläulichen Salzes ein fast giftgrünes erhielt. Getrocknet sieht es nicht mehr ganz so giftig aus :-). Der Geschmack ist jetzt nicht außergewöhnlich, finde ich, aber doch interessant. Traditionell werden Hornveilchen bei Hautleiden innerlich angewendet.Ob ich nochmal ein Salz daraus mache oder sie lieber großzügig als Deko für Kuchen und Salat einsetze, weiß ich noch nicht.
Bitte nur Biopflanzen verwenden!

Malvensalz, selbstgemacht, wilde Malvenblüten als natürliche Lebensmittelfarbe

Ein echter Knaller ist das Malvensalz.. Ach, ich komm ins Schwärmen, es ist einfach wunder-, wunder-, wunderschön! Die wilde Malve wird beim Trocknen fast schwarzblau und ist für mich eine optimale natürliche  Lebensmittelfarbe. Vielleicht erinnert ihr euch an meine veganen Baiser. In der Naturheilkunde werden Malven vor allem bei Reizhusten wegen ihrer reizmindernden Schleimstoffe verwendet. Aber wer braucht bei dieser schönen Farbe einen  weiteren Anreiz, lecker ist es auch noch. Ich freue mich sehr auf eine neue Ernte.

Mit dieser kleinen Auswahl an Blütensalzen möchte ich schließen. Es gibt so viele essbare Blüten, lasst Euch zu vielen Versuchen verführen und schreibt mir gern von Euren Kombinationen. Meine neuste ist ein Gänseblümchen-Kurkuma-Salz, himmlisch sag ich Euch. Dafür habe ich die neuste Ernte Gänseblümchen mit frischem Kurkuma verarbeitet.

Grüße aus
Ottilies Küche

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10 Gedanken zu “Die Saison beginnt: Blütensalze

  1. Wow, die Salze sehen ja wirklich fantastisch aus!
    Ich hab ja auch nen echten Salz-Faible aber Blütensalze kamen mir irgendwie noch nie in den Sinn. Optisch ein echtes Highlight und in Kombi mit den Wirkungen der Blüten – ganz klasse!

    Liebe Grüße und einen schönen Abend,
    Melanie

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  2. So schön! *__* Das Malvensalz ist ja echt ein Hingucker! Ich wünschte, ich wüsste einen Ort, wo ich die ganzen Blüten bedenkenlos ernten kann, in der Stadt und ohne Garten ist das gar nicht so einfach… Naja, dafür hab ich dann eine Beschäftigung, wenn ich das nächste Mal meine Mama auf dem Land besuche. 😉

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    1. Ja, das Malvensalz hat mich auch umgeworfen. Das Bild ist unbearbeitet (ich kann das gar nicht) also die Farbe knallt wirklich so! Bei dem Baiserrezept ist ein Foto, an dem die Blüten zu sehen sind (für die Suche), ich kenn einen geschützten Ort und freue mich jedes Jahr, an deren Schönheit…
      Schön mal wieder von Dir zu hören 🙂

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  3. Ich muss gestehen, fuer mich war und ist dieser Blog von Dir etwas neues. Diese Salze – ich habe nie daran gedacht, diese Blueten fuer Salze zu verwenden. Aber nicht jeder hat die Chance einen Garten wie Deinen zu haben. Hier koennte ich das schon gar nicht machen. Es zeigt, dass man nie zu alt ist um Neues zu erlernen (entschuldige bitte mein eingerostetes Deutsch!) wer braucht Googel wenn man Deine Seiten kennt!? 🙂 Freue mich schon auf Deinen naechsten Beitrag. Carina

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    1. Liebe Carina,
      danke für das Lob, freu mich!
      Mein Garten ist sehr kllein (und wild), ich habe nur 312 qm und da steht noch mein kleines Hauschen darauf. Die Heilkräuter fliegen mir einfach zu… :-), ich liebe es!
      Liebe Grüße Ottilie
      P.S. Dein Deutsch ist sehr gut!

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