Säure-Basen-Haushalt: Wie man seinen Körper über die Haut entschlackt und verjüngt

Viele von Euch haben sicher schon von der basischen Körperpflege und bestimmt auch von Basenbädern gehört. Samtweiche Haut wie ein Säugling wird versprochen. Was da dran ist, versuche ich hier mal aufzuschlüsseln.

Unser Badewasser aus der Leitung ist meist neutral, gebe ich basisch- mineralisches Basensalz dazu, hebt sich der ph-Wert auf 8 bis 8,5. Das hat nun den gleichen ph – Wert wie das Fruchtwasser während der Schwangerschaft. Deshalb soll unsere Haut genauso weich und zart wie die eines neugeborenen Säuglings werden. Ein bisschen gemogelt ist das schon, denn die Babyhaut hat noch nicht so aktive Schweiß- und Talgdrüsen und ist deshalb einfach feinporiger. Trotzdem, wer einmal ein Basenbad genossen hat, kann bestätigen, wie samtweich die Haut danach ist und dass Eincremen überflüssig ist. Diese schwachbasische Körperpflege regt die hauteigene Rückfettung an. Menschen mit extrem trockener Haut oder Ekzemen profitieren deshalb besonders von so einem entsäuernden Bad.

säure-basen-haushalt: Basische Hautpflege mit Basenbad und Bürstenmassage für eine junge, straffe Haut, die gut entgiften kann.
Die Theorie der Entschlackung besagt, dass die Schlacken und Säuren sich an die Basen im Badewasser binden und dann über die Haut ausgeschieden werden. Das  kann man mit einem ph-Streifen, der vor und nach dem Bad ins Badewasser gehalten wird, nachweisen. Auch Wassereinlagerungen können damit verschwinden. Eine Frau erzählte mir, sie habe nach dem basischen Bad immer 5 kg weniger auf der Waage. Das ist natürlich kein dauerhafter Effekt, aber das nächste Bad kommt bestimmt.
Ihr fragt Euch sicher, was in so einem Basenbad drin ist. Sie bestehen aus Salzen und gemahlenen Edelsteinen. Günstige Basensalze enthalten meist nur Salz und Bernstein, der teurere Marktführer Jentschuras „Meine Base“ enthält hingegen acht verschiedene Edelsteine. Das Basensalz ist ein echter Allrounter,  ihr könnt es für Voll- und Teilbäder, Waschungen, Wickel, basische Strümpfe und Stulpen oder auch basische Massagen einsetzen. Selbst zum Zähneputzen oder als Deo kann es verwendet werden.
Bei Bädern ist es wichtig,  länger als die üblichen 20 min,  im Wasser zu bleiben. Der Entsäuerungsprozess beginnt nämlich erst nach 20 Minuten und deshalb wäre es gut, sich eine Stunde Zeit zu nehmen. Eine zeitliche Begrenzung ist nicht nötig, es soll sogar Neurodermitiker geben, die in der gefüllten Wanne schlafen. Das kostet natürlich viel Zeit, die wir ja nicht immer haben. Hier bieten sich Teilbäder, vor allem Fußbäder an. Unterm Schreib- oder Essenstisch oder wenn ihr gemütlich auf dem Sofa sitzt und einen Film guckt, könnt ihr ganz nebenbei etwas für eure Gesundheit und Schönheit tun. Während beim Vollbad 36-38 Grad empfohlen werden, ist beim Fußbad eine Temperatur von 38 – 40 Grad wünschenswert. Für ein Vollbad benötigt ihr 3 Esslöffel, für das Fußbad 1 gehäuften Teelöffel.Nach dem Bad solltet ihr die Haut nicht abrubbeln, sondern nur sanft abtupfen.

Für einen basischen Wickel löst ihr etwas Salz in warmem, bei Entzündungen auch gern in kaltem Wasser auf. Dahinein gebt ihr ein Baumwoll- oder Leinentuch und wringt es aus. Nun um die gewünschte Stelle wickeln und einen Wollschal oder eine Wolldecke darüber geben. Die „nassen Strümpfe“ erfolgen nach dem gleichen System: Ein langer Baumwollstrumpf, der in dem Basenwasser getränkt wird und darüber ein Wollstrumpf. Der Kneippverein und Jentschura bieten solche Strümpfe in ihrem Sortiment an. Ihr könnt Euch aber auch Overknees in Baumwoll- und Wollqualität zulegen und diese verwenden. Allerdings würde ich Euch von der Farbe schwarz abraten, weil die oft ziemlich giftig gefärbt wird. Oder man strickt sie sich selber, Anleitungen gibt’s im Internet,z.B. vom schweizer Kneippverein. Übrigens, Miss Germany 2011 verdankt nach eigenen Aussagen ihre schönen gepflegten Beine diesen Strümpfen 🙂 Stulpen werden von einigen Sportlern während des Sports getragen, um gleich zu entsäuern.
Basische Massagen lassen sich mit einem guten Körperöl und etwas Salz problemlos durchführen: Etwas Öl in die Hand, eine Prise Basensalz darauf – und für einen Peelingeffekt einfach anfangen dieses Gemisch einzumassieren. Oder ihr löst das Basensalz im Öl auf, indem ihr es mit den Fingern vermischt und verwendet es dann.
Es gibt auch basische Kissen, die man sich mit Gummibändern unter die Achseln klemmen kann. Sie saugen den Schweiß auf und neutralisieren ihn, so wird das Deo überflüssig. Das ist aber nicht gerade mein Ding. 🙂
Zur basischen Körperpflege wird auch immer das Bürsten in der Badewanne, aber auch das sogenannte Trockenbürsten empfohlen. Das regt die Schlacken-Ausscheidung über die Haut an und reinigt gleichzeitig. Hier gibt es zwei Vorgehensweisen: Kneipp sagt immer zum Herzen hin bürsten um es zu entlasten. Jentschura empfiehlt immer in Ausscheidungsrichtung zu arbeiten. Das bedeutet, vom Knie unterhalb zu den Füßen hin, oberhalb zu den Leisten hin- ums Knie kreisend – unterm Nabel zu den Leisten, darüber zu den Achselhöhlen – den Bauch im Uhrzeigersinn kreisend bearbeiten – vom Ellenbogen unterhalb zu den Fingern, oberhalb zu den Achselhöhlen. Das Bürsten regt auch unsren Lymphfluss an. Bürsten gibt es in verschiedenen Ausführungen. Gesichts- Hand und Fuß-, Körper-,Badebürsten und die sogenannte Energiebürste. Diese hat Kupferborsten in der Mitte und ist nur für sehr robuste Haut geeignet. Bei sehr empfindlicher Haut solltet ihr aber allgemein vorsichtig vorgehen.

Basische Fußpflege mit einm Basenbad zum Entgiften über die Haut. Ideal als Detoxkur für die Haut.
Viele Menschen fragen sich warum es früher weniger Hautirritationen und Hautkrankheiten gab. Damals wusch man sich einfach mit Seife. Die hat einen ph-Wert von ca. 8- 9,5. Schmierseife, mit denen früher Bettlägrige gewaschen wurden, hat sogar einen Wert von 10-12. Dieser hohe Wert steht im Verruf, die Haut auszutrocknen. Allerdings soll es früher auch nicht soviel Fälle von Dikubitus gegeben haben.
Hochwertige Duschgels und Körperlotionen haben einem ph-Wert von 5,5. Das entspricht dem Säureschutzmantel der Haut. Und genau hier entbrandet der Glaubenskrieg. Ein Neugeborenes hat eine basische Haut, entwickelt jedoch rasch einen Säureschutzmantel – wenn es überhaupt ein „Schutzmantel“ ist. Es könnte genausogut eine Entsäuerungsreaktion unserer Haut sein. Moderne basische Körperpflegeprodukte haben einen leicht basischen Wert von 7,5, weil der die Haut wohl am wenigsten austrocknet. Wer es aber verträgt, kann auch gut mit Seife, basischen Salzen und ein wenig Öl auskommen. Ein Beitrag zum Umweltschutz und Minimalismus wäre das dann auch… 🙂

Noch eine kleine Geschichte? Ich besuchte ein dreitägiges Seminar von Peter Jentschura. Der Mann interessierte mich, da ich seine Bücher schon gelesen hatte. Er ist sehr dogmatisch und überzeugt von seinen Lehren, die aber sehr fundiert sind. Das Seminar war unglaublich humorvoll. Nun sind wir beide Frühaufsteher und trafen uns als erstes beim Frühstück, was für mich vor ein Problem darstellte. Ich liebe nämlich, trotz basischer Grundkenntnisse, Kaffee …..so tun als ob, wollt ich nicht……also schenkte ich mir einen Kaffee ein, ging auf ihn zu und fragte, ob ich mich auch  mit diesem Säure-Erzeuger zu ihm setzten dürfe. Er meinte lachend: „Sehr gerne, und später zeige ich Ihnen, wie Sie ihn kompensieren und vielleicht sogar noch mehr trinken können. Ich hole mir später auch noch ein Tässchen.“ So verbrachten wir unsere Frühstücke während des Seminars lachend und philosophierend zusammen.

So nun aber Schluss für heute!
Basische Wellnessgrüße aus meinem Badezimmer
Ottilie

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