Säure-Basen-Haushalt: Wie man mit basenreicher Ernährung den Körper stärkt und entschlackt

Säure-Basen-Haushalt: Wie man mit basenreicher Ernährung den Körper stärkt und entschlackt

Bald ist es wieder soweit! Immer wenn es Richtung Frühling geht, packen die Frauenzeitschriften ihre Frühjahrskuren aus, die Schönheit, Fitness und bessere Konzentrationsfähigkeit versprechen. Seit bestimmt 20 Jahren wird dabei immer der Säure-Basen-Haushalt und eine entsprechende Diät ausgegraben. Mich freut das, denn genau so lange beschäftige ich mich auch mit diesem Thema.

Ich möchte hier eine Serie über das Thema Säure/Basen bzw. Entsäuerung starten. Dabei richte ich den Blick zuerst auf unseren Teller. Wer nach der „richtigen Ernährung“ forscht, stolpert fast automatisch über den Säure-Basen-Haushalt und dessen Regulierung. Viele Artikel werden veröffentlicht, viel versprochen. Leider gibt es immer wieder Autoren, die sich oberflächliches Wissen aneignen und daraus unseriöse Artikel schreiben, die wiederum Kritiker dazu verleiten, alles, was mit dem Basen-Säuren-Haushalt zu tun hat, als Humbug abzuwerten. Ärzte sind hier sehr gespalten, die einen lassen das Wissen in ihre Therapie mit einfließen, die anderen behaupten, es wäre nichts dran, an den Theorien.

Ich liebe es, detektivisch vorzugehen um die Wahrheit zu finden, doch die Kritik war nie wirklich auf seriöse Forschung gekontert, sondern immer auf unseriöse Aussagen, wie dass jegliches Körperfett ein Schlackendepot wäre, oder dass Blut sauer sein könne.
Eine Behauptung der Befürworter ist immer die, dass Schlacken im Bindegewebe abgelagert werden und es so zu Verklebungen kommen kann. „Nonsense“ sagten die Gegner. Ihr könnt Euch vielleicht denken, wie fasziniert ich war, als man vor ein paar Jahren mit Hilfe der Elastografie, eines hochauflösenden  Ultraschallverfahrens, wirklich nachweisen konnte, dass es Verklebungen des Bindegewebes gibt. Viele Beschwerden sind damit erklärbar, aber auch die Wirkung vieler Therapien wie Rolfing, Osteopathie, Yoga, Pilates, Massagen, Akupunktur usw.

Aber was sind eigentlich Säuren, Basen und sogenannte Schlacken?
Chemisch gesehen sind alle Flüssigkeiten, die ein freies, positiv geladenes Wasserstoffion besitzen, Säuren. Basen sind die Gegenspieler, sie haben ein negativ geladenes Wasserstoffion und können Säuren an sich binden. Säuremolekül + Basenmolekül = neutrales Salzmolekül…das dem Körper nicht mehr schaden kann! Ist aber kein Basenmolekül zur Neutralisierung vorhanden, wird das Säuremolekül ins Bindegewebe eingelagert. Durch die eingelagerten Säuren wird das Bindegewebe starr und undurchlässig. Diese eingelagerten Stoffe hat  man unglücklicherweise als Schlacken bezeichnet. Diese schädigenden Substanzen entstehen während der Verdauung, durch Stress, übermäßige körperliche Belastung und Umweltgifte…. Die Einlagerung ist eigentlich als Zwischenlager gedacht, wird  in der heutigen Zeit leider oft zum Endlager.

Gicht ist hier ein gutes Beispiel….zuviel Harnsäure aus Fleischkonsum wird möglichst weit von den wichtigen Organen  abgelagert – und was ist schon weiter weg als der große Zeh! Sind zu viele Säuremoleküle eingelagert, folgt der Gichtanfall. Harnkristalle sind neutralisierte Harnsäure. Nierensteine sind normalerweise Schwefel- und Phosphatsäure neutralisiert mit Calcium.

Für den Knochenbau ist Calcium und Phosphat wichtig, allerdings im richtigen Verhältnis, das heißt doppelt soviel Calcium wie Phosphat. In der heutigen Ernährung mit viel Fleischprodukten, Getreide,  Fertigprodukten und Softgetränken wird allerdings mehr Phosphat aufgenommen. Somit sind wir bei der Ernährung angelangt und darum soll es in diesen Teil auch gehen.

Die Verdauung vom Mund bis zum Ausgang, hat verschiedene Stationen, mit verschiedenen pH-Werten und das ist genau richtig so. Den pH-Wert muss man sich als Skala von 0 bis 14 vorstellen. Alles bis 7 gilt als sauer, alles darüber als basisch.
Der Magen z.B. muss sauer sein, damit das Eiweiß „vorverdaut“ wird. Deshalb halte ich es für schädlich, wenn man dauerhaft auf Säureblocker wegen Sodbrennen zurückgreift. Denn wir haben im Normalfall nicht zuviel Magensäure, sondern zuwenig.
Hat der Speisebrei den Magen verlassen, wird er durch die Säfte von Bauchspeicheldrüse und Galle wieder neutralisiert. Das Blut hat übrigens einen Wert von 7,35 – 7,45. Der Körper tut alles, um es in diesem Bereich zu halten. Im Notfall holt er sich die nötigen basischen Mineralien aus den Knochen. Wie können wir nun unseren Körper unterstützen, um gut arbeiten und ausscheiden zu können. Zum einem sollte man natürlich die Ausscheidungsorgane unterstützen und nicht unnötig belasten.
Das wären:
Darm – für eine intakte Darmflora sorgen (Ballaststoffe, Probiotika), trinken,  bewegen….
Niere – ausreichend trinken, durchspülen mit harntreibendem, basischen Tee
Leber – maßvoller Einsatz von Genuss- und Arzneimitteln, unterstützen mit Mariendistel, Artischocke, Leberwickel…..
Haut –  Ausscheidung fördern (wird in Teil 2 behandelt)
Lunge – tiefes Ausatmen, Ausdauertraining

Säure-Basen-Haushalt: Wie man mit basenreicher Ernährung den Körper stärkt und entschlackt

Der größte Faktor ist aber die Ernährung. 80% der Ernährung sollte aus basenhaltigen Lebensmitteln bestehen, 20 % aus säurehaltigen. Rein nach Geschmack kann man nicht gehen, denn die saure Zitrone reagiert in unserem Körper basisch. Die Zitronensäure wird über die Lunge abgeatmet. Das kann aus persönlicher Erfahrung bestätigen. Meine Tochter hat mal als Kur jeden Morgen Zitronen mit Honig gemixt und vor dem Frühstück verzehrt. Ihr Atem roch den ganzen Tag wunderbar zitronig!

Cola und andere Softgetränke schmecken zwar süß, sind aber stark säurebildend. Vielleicht habt ihr schon von den Fällen der Kinder gehört, die Osteoporose aufgrund ihres Konsums dieser Getränke bekommen haben. Wer sich näher damit beschäftigen will, kann sich Listen mit der genauen Einteilung der Lebensmittel ausdrucken. Hier will ich Euch einen kurzen Überblick verschaffen.

Basisch sind:
Gemüse (Ausnahme Rosenkohl, Spargel, Artischocke), Obst, Trockenfrüchte, Salate, Kräuter Amarant, Hirse, Mandeln, Eidotter….

Neutral sind:
kaltgepresste Öle, Butter, Milch, teilweise wird Vollkorn dazugezählt, weil es im Gegensatz zu Weißmehl die Mineralstoffe noch enthält.

Sauer sind:
Fleisch, Fisch, Käse, Hülsenfrüchte, Erdnüsse, Essig (außer Apfelessig), kohlensäurehaltiges Mineralwasser.

Säureerzeuger sind:
Weißmehl, Kaffee, schwarzer Tee, Zucker, Limonaden, raffinierte und gehärtete Fette, Alkohol….
Säureerzeuger bedeutet, dass bei ihrer Verstoffwechslung Säuren entstehen.

Wer nun seine Ernährung nicht umstellen möchte, kann durch eine andere Gewichtung auf dem Teller schon mal etwas in die richtige Richtung tun. Das bedeutet, dass die Beilagen, wie Salate und Kartoffeln den größten Teil einnehmen. Natürlich wäre es gut, wenn man 20 %  „gesunde Säuren“ zu sich nimmt  Das bedeutet Nüsse, Hülsenfrüchte, Rosenkohl, Spargel usw. und die schlechten meidet. Die „schlechten Säuren“ wären z.B. weißes Gebäck, gesüßte Milchprodukte, Süßigkeiten, Schweinefleisch, Softgetränke usw.
Kräuter besonders Wildkräuter und Sprossen sind optimal um den Säure-Basen- Haushalt schmackhaft positiv zu beeinflussen. Einfach reichlich in oder über den Salat und das Gemüse geben. Oder als Belag aufs Brot.
Ich liebe Kräutertees, sie helfen mir in einer guten Balance zu bleiben. Sie lösen Schlacken, wenn man dann noch viel Wasser trinkt, werden diese auch ausgeschieden. Es gibt extra basische Tees, die auf eine ausgeglichene Zufuhr von basischen Mineralstoffen achten. Aber Kräutertee ist eigentlich immer basisch und man kann sich ganz nach Vorliebe bedienen.
Wer jetzt neugierig auf den eigenen Säure- Basen- Zustand des Körper geworden ist, kann sich in der Apotheke ph-Streifen kaufen. Am besten ihr messt einfach dreimal am Tag vor dem Essen. Der Morgenurin wird wahrscheinlich sauer sein, da der Körper nachts Säuren ausscheidet. Bleibt er aber auch tagsüber bei 5 oder 6, liegt eine Übersäuerung nahe. Erst wenn der Wert über 7 liegt werden Basen ausgeschieden und der Körper muss sich momentan nicht von Säuren befreien. Allerdings ist diese Messung immer nur ein Hingucken auf die Ausscheidung.
Puh, das war jetzt viel Theorie. Ich kann Euch als kleines Zuckerl noch die Geschichte meiner Freundin erzählen. Sie klagte seit Wochen über Schmerzen in allen Gelenken und wollte nicht zum Arzt gehen. Ich riet ihr, ihren Säure-Basen-Haushalt auszugleichen. Im Notfall kann man das auch mal mit basischen Pulvern aus dem Reformhaus tun. Sie machte das, achtete zudem auf ihre Ernährung und nahm noch extra Bitterstoffe, in Form von bitteren Kräutern zu sich.  Nach nicht mal einer Woche konnte sie sich wieder völlig schmerzfrei bewegen. Das hat selbst mich sprachlos gemacht.

Ich möchte nicht soweit gehen, dass  man mit basenüberschüssiger Ernährung alle Krankheiten heilen kann, aber sicherlich positiv beeinflussen. 🙂
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Zusammenstellen Eures basenreichen Ernährungsplans.

Ausgeglichene Grüße,
Eure Ottilie

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