Erntesegen: Quittenkuchen (vollwertig, saisonal und regional)

Quittenkuchen_Rezept_Vollwert_auch_vegan_möglich

Versprochen ist versprochen! Es ist Tradition, dass ich meine älteste Tochter einmal im Jahr zu Quittenkuchen nach einem Familienrezept einlade. Meine liebe Frau Kerschbaum weiß das und schenkt mir jedes Jahr die erforderliche Menge Quitten. Man bekommt sie ja kaum noch zu kaufen. Quitten gehören zu den fast vergessenen Obstsorten, werden allerdings gerade wiederentdeckt. Wie bei allen alten Obst- und Gemüsesorten mit gutem Grund.

Selbst die moderne Medizin verwendet sie, weil sie reizmindernd und entzündungshemmend wirkt. Die Kosmetikindustrie hat entdeckt, dass die Quitte durch ihre guten Schleimstoffe  bei rissiger oder entzündeter Haut sowie Sonnenbrand  gute Dienste erweist. Innerlich angewandt wirken diese Schleimstoffe und die auch enthaltenen Gerbstoffe bei Husten und Halsschmerzen entzündungshemmend. Die Gerbsäure und Vitamin A wiederum können bei Gicht und Arteriosklerose helfen. Das enthaltene Quercetin und Pektin sind starke Antioxidantien. Pektin bindet außerdem Giftstoffe und überschüssiges Cholesterin an sich, so dass sie ausgeschieden werden können. Überhaupt enthalten  200 Gramm der Frucht schon 20 Prozent unseres täglichen Ballaststoffbedarfes. Gedeckt wird außerdem 28 Prozent  des Vitamin-C-, 18 Prozent des Kalium- und acht Prozent des täglichen Eisenbedarfs. Aber auch Vitamin B1 und 2, Niacin, Magnesium, Calcium, Wein-,  Apfelsäure und Tannine sind reichlich enthalten.

Als meine Kinder noch klein waren, habe ich viel mit Honig gebacken. Da der Quittenkuchen ja wie früher schmecken soll, habe ich es bei dem Quittenkuchenrezept beibehalten. Wer ihn vegan backen möchte, nimmt einfach Ahornsirup oder vielleicht auch Vollrohrzucker. Je nach Wunsch und Geschmack. Ich habe den Kuchen mit Dinkel gebacken, es enthält etwas weniger Gluten und etwas mehr Mineralstoffe als Weizen und gilt als besser verträglich. Man kann ihn aber auch mit Kamut, Einkorn oder Emmer backen. Sie gehören zu den sogenannten „Urkörnern“ und haben weniger schlechte Eigenschaften, wie die hochgezüchtete Getreidesorten.
Hier unser altes Familienrezept:
Zutaten_Quittenkuchen_Rezept_Vollwert_auch_vegan_möglichFür den Teig:
125 g Alsan
100 g Honig
250 g Dinkelmehl (Vollkorn, frisch gemahlen)
½ Teelöffel Vanille
1 Esslöffel Wasser

Belag:
800 g Quitten (netto)
50 g Honig
½ Teelöffel Zimt

Für den Teig alle Zutaten zu einem Mürbeteig verkneten. Eine große Springform mit zwei Drittel des Teiges  ausfüllen und einen Rand hochziehen. Am besten geht das mit einem Löffel, den man immer wieder in kaltes Wasser taucht. Das letzte Drittel Kuchenteig zu einer Kugel formen und beides in den Kühlschrank stellen.

Für den Belag die Quitten mit einem Tuch abreiben. Dann in kleine Stücke schneiden und mit wenig Wasser in einen Topf füllen. Zimt dazu und mit geschlossenem Deckel bei niedriger Hitze circa 30 Minuten kochen. Honig dazugeben und mit dem Stabmixer pürieren. Etwas abkühlen lassen und dann in die vorbereitete Springform füllen. Den Teigrest ausrollen und in Streifen schneiden und auf die Quittenmasse legen.

Für circa 45 Minuten im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad backen.
Besonders gut schmeckt der Quittenkuchen mit Sahne oder einer veganen Sahnealternative.

Welche Traditionen gibt es in Eurer Familie, die nicht gebrochen werden dürfen?

Guten Appetit
Eure Ottilie

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5 Gedanken zu “Erntesegen: Quittenkuchen (vollwertig, saisonal und regional)

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