Lavendel / Lavendelsalbe

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Wer einen Garten hat, hat wahrscheinlich auch Lavendel in einer Ecke wachsen. Oft wird er als „Rosenbegleiter“ gepflanzt, was schön aussieht, aber nicht seinen Ansprüchen entspricht, denn Lavendel liebt kargen, sandigen Boden. Die Rose dagegen will es nährstoffreich und feucht. Natürlich kann man Lavendel einfach in einen großen Topf mit passender Erde pflanzen und im Boden neben einem Rosenstock versenken, so bekommt jeder was er braucht.

Im Frühjahr sollte Lavendel um ein Drittel gekürzt und verholzte Stellen ausgeschnitten werden, dann blüht die Pflanze von Juni bis August und verströmt ihren unwiderstehlichen Duft.

Lavendel_Bild2Lavendel ist für seine beruhigende Wirkung bekannt – dabei kann er viel mehr. Er hilft bei Blähungen und hat sogar als einzige Pflanze eine positive Bewertung für das Roemheld-Syndrom erhalten. Bei Reizdarm und Reizmagen hat er sich bewährt, aber auch bei Oberbauchbeschwerden, Krämpfen und Appetitlosigkeit. Zudem fördert er den Gallefluss, hilft bei Einschlafstörungen und zu hohem Blutdruck. Dann kann er eingenommen werden als Tee, Tinktur, Heilwein oder auch als Fertigpräparat.

Äußerlich angewendet hilft Lavendel bei Hauterkrankungen. Das ätherische Lavendelöl ist eines der wenigen ätherischen Öle, die unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden können. Es wirkt entzündungshemmend, regenerationsfördernd und schmerzlindernd. Vermischt mit z. B. Sandornfruchtfleischöl oder Johanniskrautöl ist es auf größeren Hautflächen gut einsetzbar. Waschungen, Bäder oder Einreibungen kann man damit durchführen. Dafür einfach „starke Tees“ mit Blüten und Kraut kochen und ins Wasser bzw. unverdünnt auf gereizte Hautstellen auftragen. Diese Wirkungen sind auf die guten Inhaltsstoffe zurückzuführen: Neben dem ätherischen Öl auch Cumarine, Lamiaceengerbstoffe, Flavonoide und Phytosterole. Übrigens enthält die Lavendelsorte Lavendula angustifolia die meisten Heilstoffe. Schopflavendel dagegen ist eher weniger geeignet.

Lavendel_Bild3Lavendelsalbe kann man ganz einfach selber machen. Man benötigt ein gutes Pflanzenöl, Bienenwachs und Lavendelblüten:

100 ml Mandel-oder Sesamöl

10 g     Bienenwachs

10 g     getrocknete oder die doppelte Menge frische Lavendelblüten.

Die Lavendelblüten mit Öl in einen Topf geben (kein Aluminium) und 15 Minuten bei ca. 70 Grad ausziehen lassen. Dann in einen Sieb geben und gut ausdrücken. Das Bienenwachs in das Öl geben und unter Rühren schmelzen lassen, das erfordert etwas Geduld. Wer will, kann einige Tropfen ätherischen Lavendelöls dazugeben. Aber Vorsicht: Vorher unbedingt auf mindestens 37 Grad abkühlen lassen, sonst verfliegt das wertvolle Öl. In Salbendöschen füllen.

Die selbst hergestellte Lavendelsalbe hilft bei Hautirritationen und entzündeten, geschlossenen Stellen. Ich verwende sie auch als Lippenbalsam für aufgesprungene Lippen.

Mein Bienenwachs hab ich bei Aspermühle bestellt. Natürlich wäre es am schönsten, es vom nächsten Imker zu beziehen. Kleine Mengen bekommt man aber auch gut in der Apotheke.

Viel Spaß in der Salbenküche!

Eure

Ottilie

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3 Gedanken zu “Lavendel / Lavendelsalbe

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